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Füllungen

Füllungsmaterialien in der Zahnarztpraxis

Die Füllungstherapie gilt als wichtiger Baustein in der konservierenden Zahnheilkunde. Gerade die Nutzung von neuen Werkstoffen und Techniken hat dazu geführt, dass es heutzutage eine wahre Flut an unterschiedlichsten Materialien gibt, die für jede Indikation verschiedenste Behandlungsansätze bieten. Einen Überblick zu behalten kann da schwierig werden, selbst wenn man sich nur auf die Produkte für tatsächliche Füllungen beschränkt und indirekte Versorgungen außer Acht lässt.

Entwicklung der Füllungsmaterialien

Zahnfüllungen können bis ins erste Jahrtausend nach Christus zurückverfolgt werden. Eine Feilung aus Silber und Zinn mit Quecksilber genannt „Silberamalgam“ war hier das Mittel der Wahl.

Bis vor wenigen Jahrzehnten war Amalgam tatsächlich der Klassiker in der Füllungstherapie, besonders im Seitenzahnbereich. Gold kam teilweise auch als Alternative zum Tragen, war aber erheblich kostspieliger. Während sich Goldrestaurationen in einigen Ländern gerade aufgrund dieser Tatsache fast zum Statussymbol entwickelt haben, ist der Einsatz von Amalgam heute in Deutschland als absolute Basisversorgung im Seitenzahnbereich zu sehen.

Nicht nur gesundheitliche Aspekte, sondern vor allem auch der Wunsch nach ästhetischeren „natürlicheren“ Lösungen haben dazu geführt, dass alternative Werkstoffe als Füllungsmaterialien auf den Dentalmarkt kamen. Wurde den ersten Kunststoff- und Zementmaterialien noch nachgesagt, aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften keine adäquate Alternative zum herkömmlichen Amalgam zu bieten, ist diese Diskussion bei den heutzutage erhältlichen modernen Produkten endgültig vom Tisch.

Auswahlkriterien für das passende Füllungsmaterial

Doch wonach richtet sich die Auswahl des passenden Füllungsmaterials?

Zunächst muss vom Behandler entschieden werden, wofür genau das Material eingesetzt werden soll:

  • Provisorische Füllung
  • Stumpfaufbau
  • Unterfüllung
  • Definitive Füllung
  • Befestigung einer Restauration

Zusätzlich sind bei der definitiven Füllung noch weitere Faktoren für die Auswahl des passenden Materials entscheidend:

  • Einsatz im Front- oder Seitenzahnbereich
  • Größe der Kavität
  • Lage des Defektes (Beurteilung analog der Klassifizierung nach Black)
  • Allgemeine Situation im Mund des Patienten
  • Behandlungskosten

Die einzelnen Faktoren stellen unterschiedliche Ansprüche an die physikalischen und auch kosmetischen Eigenschaften des einzusetzenden Materials. Dies sollte vom Behandler bei der Auswahl des geeigneten Produktes unbedingt berücksichtigt werden.

Da zahnfarbene Füllungen meist eine private Zuzahlung des Patienten nach sich ziehen, sollte dieser in die Entscheidung über das passende Füllungsmaterial natürlich auch mit eingebunden werden. Es gibt zwar Materialien, die eine „Versorgung zum 0-Tarif“ ermöglichen, die Regel sind sie aber nicht und je aufwendiger und hochwertiger eine Füllung ist, desto höher ist normalerweise auch der zu zahlende Anteil des Patienten. Hier muss also der bestmögliche Konsens für Behandler und Patient erzielt werden.

Produktgruppen und ihre Eigenschaften

Füllungsmaterialien können aufgrund ihrer Aushärtungseigenschaften in drei Gruppen eingeteilt werden: Lichthärtend, selbsthärtend und dualhärtend. Dies schlägt sich heutzutage oft in den einzelnen Produktnamen nieder, da sie mit entsprechenden Zusätzen (LC, SC, DC) versehen sind.

Selbsthärtende Zemente blicken auf eine lange Geschichte zurück und wurden in Form von Zinkphosphatzementen bereits im 19. Jahrhundert für Unterfüllungen und Befestigungen verwendet. Obwohl es mittlerweile für diese Indikationen auch modernere Materialien als lichthärtende oder dualhärtende Varianten gibt, ist der klassische Phosphatzement, vorherrschend als Handmischvariante (Pulver + Flüssigkeit) immer noch auf dem Dentalmarkt erhältlich. Seine Vorteile sind ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, Biokompatibilität, einfache Verarbeitung und eine entzündungshemmende Wirkung. Als Nachteil wäre hier zu nennen, dass Zinkphosphatzemente auf Dauer nicht speichelresistent sind. Auch ist die Befestigung von Restaurationen aus Kompositen, Kunststoffen, Compomeren und einiger Keramiken aufgrund einer fehlenden adhäsiven Verbindung nicht zu empfehlen.

Mitte des letzten Jahrhunderts kam das erste selbsthärtende Komposit auf den Markt. Wurden selbsthärtende Komposite zunächst im Frontzahnbereich für definitive Füllungen eingesetzt, kommen sie heute eigentlich nur noch dann zum Tragen, wenn eine Lichthärtung nicht oder nur schlecht möglich ist, bzw. nicht geschichtet wird, z.B. beim Stumpfaufbau oder der Befestigung von Wurzelstiften. Ihr Nachteil sind u.a. die geringe Polymerisationsrate, eine verhältnismäßig dicke Inhibitionsschicht und die fehlende Farbstabilität.

Lichthärtende Komposite gibt es seit den 1970er Jahren. Schnell wurden sie als Füllungsmaterial für den Frontzahnbereich eingesetzt und lösten damit die selbsthärtenden Materialien ab. Aufgrund stetiger Verbesserungen bei den physikalischen Eigenschaften können viele moderne Komposite auch problemlos im Seitenzahnbereich eingesetzt werden. Lichthärtende Komposite sind heutzutage die am meisten verbreitete Materialgruppe, wenn es um definitive Füllungen geht. Besonders vorteilhaft ist die Farbstabilität, der höhere Polymerisationsgrad und die geringere Abrasion.

Dualhärtende Materialien kommen immer dann zum Einsatz, wenn eine Lichthärtung nur eingeschränkt möglich ist, z.B. beim Einsetzen von teils lichtundurchlässigen keramischen Inlays, sowie manchen Teil- und Vollkronen. Hier erfolgt die Aushärtung an den Rändern durch Licht und an den für das Licht unzugänglichen Stellen chemisch. Dadurch wird ein sicherer Halt gewährleistet. Als Nachteil wäre hier zu nennen, dass nach dem Aushärten ein ziemlich hoher Gehalt an Restmonomer übrig bleibt.

Fast zeitgleich mit den lichthärtenden Kompositen kamen die ersten Glasionomerzemente auf den Markt. Glasionomerzemente gehören einer anderen Materialgruppe an und haben auch andere Eigenschaften. Interessant hierbei sind besonders die Fluoridabgabe, die fehlende Notwendigkeit zum Ätzen und Bonden, die Vermeidung einer Polymerisationsschrumpfung und die Biokompatibilität. Glasionomerzemente eignen sich für definitive Füllungen, Befestigungen und zur Fissurenversiegelung.

Aktuelle und zukünftige Entwicklungen

Da die Ansprüche an Füllungsmaterialien in den letzten Jahren ständig gestiegen sind, hat es in diesem Produktsegment natürlich auch immer Weiterentwicklungen gegeben.

Für eine bessere Ästhetik wurden die Farbpaletten erweitert und um Schmelz-, Transluzenz- und Opakfarben, etc. ergänzt, um eine möglichst perfekte Anpassung an natürliche Nachbarzähne zu erreichen. Auch dem Hype um besonders weiße Zähne wird Rechnung getragen, in dem heutzutage bei den meisten Produktfamilien Bleaching-Farben mit angeboten werden.

Auf der anderen Seite haben aber viele Zahnärzte den Wunsch, mit nur wenigen Varianten ansprechende ästhetische Ergebnisse im Front- und Seitenzahnbereich zu erzielen. Auch dem wurde mit der Entwicklung von Universalkompositen entsprochen. Der Chamäleoneffekt ermöglicht hier die Beschränkung auf eine wesentlich kleinere Farbpalette.

An den physikalischen Eigenschaften wurde ebenfalls konsequent weiterentwickelt. Das führte nicht nur zu Verbesserungen innerhalb der einzelnen Materialgruppen, sondern auch dazu, dass es nun Materialien gibt, die die positiven Eigenschaften beispielsweise von Glasionomer- und Komposit-Materialien in sich vereinen oder die aufgrund von chemischen Veränderungen in der Kunststoffmatrix die Polymerisationsschrumpfung verringern. Je nachdem, wie sich die chemische Zusammensetzung dann tatsächlich darstellt, werden sie als Compomere oder Ormocere bezeichnet.

Auf jeder IDS werden neue, noch bessere Füllungsmaterialien präsentiert und auch wenn das Rad ja nicht neu erfunden wird, gibt es doch immer wieder interessante Features zu entdecken, wie z.B. eine stark verkürzte Aushärtungszeit, die eine immense Zeitersparnis pro Behandlung bedeutet. Man darf gespannt sein, was sich hier in den nächsten Jahren noch tun wird. Jedenfalls gibt es alle aktuellen Füllungsmaterialien natürlich auch bei mir im Shop unter www.minilu.at.